Eine neue DR401 zu Weihnachten

Lange haben wir auf unsere neuen Regent DR401/180R gewartet. Pünktlich zu Weihnachten ist sie nun an ihrem neuen Standort in Erbach eingetroffen. Die Weiterentwicklung der bekannten DR400 „Régent“ ist eine 4-sitzige Motormaschine in Tiefdeckerbauweise. Charakteristisch für dieses komplett aus Holz gebaute Flugzeug sind die nach oben abgeknickten Flügelenden. Dank der guten Flugleistung eignet sich die DR401 besonders für den Schlepp von Segelflugzeugen sowie zum Durchführen von Rundflügen.

Wir wünschen Ihnen allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

LIMA Tower

Unser Flugplatz liegt nicht nur in einem wunderschönen Landschaftsschutzgebiet, sondern auch im sogenannten Luftraum „Golf“. Dieser Luftraum ist unkontrolliert, das heisst, wir brauchen keine Freigaben und dürfen auch bei minimalen Sichten noch bis zu einer Höhe von 1.000 Fuß über Grund fliegen. Das reicht für Platzrunden in der Schulung. Darüber beginnt der Luftraum „Echo“. Hier sind schon eine Flugsicht von mindestens 5km und definierte Wolkenabstände gefordert. 10km südlich liegt unser großer Nachbar, das MTH 25, Laupheim. MTH steht für Mittleres Transporthubschrauberregiment.

Mit den Kameraden pflegen wir seit Jahrzehnten ein freundschaftliches Verhältnis. Sie sind auf unseren Flugplatzfesten immer gern gesehene Gäste mit ihrem schweren Transporthubschrauber CH53G und spektakulären Vorführungen! Und wir dürfen ihren  Luftraum in der Kontrollzone, die rechteckige Box auf der Karte, nutzen. Dafür sind Freigaben von „Lima Tower“ erforderlich. Lima entstand, als Leipheim noch ein Militärflugplatz war und es zu Verwechslungen Leipheim/Laupheim kam. Seither gab es Leipheim Tower und Lima Tower.

Flüge mit Verkehrsfreigaben sind sehr hilfreich in der Schulung und es ist sehr komfortabel, so eine Einrichtung in unmittelbarer Nähe zu haben. Auch dürfen wir, wenn es die Lage zulässt, einen tiefen Überflug über ihre Bahn machen.

DANKE Lima Tower, und auf weiterhin gute Nachbarschaft!!

Wolfgang Frey, Ausbildungsleiter

Frauenpower beim LSV

Man sagt ja, dass die Fliegerei sehr männerlastig ist. Ok, die Zahlen sprechen dafür, aber beim LSV Erbach wächst gerade die Frauenpower! Vier Schülerinnen sind jetzt zu Gange, seit Längerem unsere Johanna, sie macht den Segelflugschein. Manuela steht kurz vor der praktischen Prüfung zum Motorschein.

Seit Neuestem sind Linda und Sigi im Frauenteam. Beide Mädels machen ebenfalls den Motorflugschein und haben schon die ersten Platzrunden „geschruppt“. Für die Fluglehrer ist das auch mal ganz angenehm, nicht immer nur mit „Stieren“ herumzukariolen.

Unsere neue Embraer Phenom

Liebe Erbacher,
hier sehen Sie die neueste Errungenschaft des LSV Erbach! Ein zweistrahliger todschicker Embraer Phenom. Er ist 900 km/h schnell und fliegt in 36.000 Fuß.

Alles Quatsch! Natürlich können wir uns so einen Jet nicht leisten, und selbst wenn, dann könnte er in Erbach nicht starten und landen. Er rollte vor zwei Wochen, während wir bei einem Schulungsflug in Mengen landeten, majestätisch an uns vorbei. Das Kennzeichen, D-CFHZ Delta-Charlie Foxtrott Hotel Zulu könnte auch heißen: Delta (für Deutschland) – Carl Fürst Hohenzollern. Die Hohenzollernburg ist ja nicht weit weg vom Flugplatz Mengen.

Während wir zurück nach Erbach kamen, ist die Phenom in Genf gelandet, …tja, die Welt der Schönen und Reichen !_!

Wolfgang Frey, Ausbildungsleiter

Als Flugschüler auf dem Flughafen

Unsere Motorflugzeuge müssen alle 100 Flugstunden zu einer Inspektion. Diese dürfen wir nicht selbst durchführen, sondern das wird von einer zertifizierten Werft erledigt. Die Werft unseres Vertrauens ist am Flughafen Memmingen – Allgäu Technik. In der Regel fliegen wir also mit zwei Flugzeugen dorthin, lassen eins stehen und fliegen mit dem anderen zurück. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Memminger Flughafen zurück zum Erbacher Flugplatz ist nicht so prickelnd.

Ab und zu gestalten wir das so, dass auch ein Flugschüler dabei ist, und die Möglichkeit hat, auf einem großen Flughafen zu landen. Das funktioniert so: Der Fluglehrer fliegt voraus, macht den Funk und meldet eine Formation mit zwei Flugzeugen. Der Flugschüler fliegt links hinten mit und hält absolute Funkstille. So hat ein 16-jähriger bereits viel Verantwortung ….Autofahren darf er noch nicht, aber solo einen internationalen Airport anfliegen, das darf er!

Herbstputz bei schönstem Wetter

Gestern waren unsere Mitglieder fleißig. Bei wunderschönem Herbstwetter wurden unsere Flugzeuge, die Tankstelle, die Büsche, das Vorfeld, die Hallen und alles was zum Flugplatz dazu gehört auf Vordermann gebracht und Winterfest gemacht. Vor allem unsere Flugschüler haben bewiesen, dass sie auch außerhalb der Flugstunden richtig fleißig sein können. Wolfgang hat dies mit leckeren Fleischküchle gedankt. Da ging es fast schon unter, dass unser Segelflieger Philipp parallel zu all der Arbeit seine praktische Prüfung erfolgreich bestanden hat. Wir sagen allen herzlichen Dank und Philipp herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung.

Albrecht Berblinger

Am 24. Juni diesen Jahres wäre er 250 Jahre alt geworden. Die Stadt Ulm hat etliche Gedenkveranstaltungen organisiert um ihren berühmten Bürger zu ehren. Er wurde zwar damals verspottet, weil er in die Donau gestürzt ist, aber er hat in etlichen Flugversuchen vorher nachgewiesen, dass sein Fluggerät fliegen kann.

Wussten Sie, dass der LSV Erbach bereits 1975 ähnliche Flugtests mit dem Berblingergerät veranstaltet hat? Unser Vereinsmitglied Manfred Herter hat das Fluggerät nach historischen Zeichnungen soweit als möglich originalgetreu nachgebaut. Natürlich hat er moderne Werkstoffe verwendet, aber die Konturen waren eins zu eins! Damit haben wir am Ziegeleiberg in Erbach Flugversuche gemacht, und Weiten von über 20 Metern erreicht! Die Landungen waren zwar immer haarsträubend, aber wir sind „geflogen“.

Die öffentliche Demonstration an der Donau, wo auch Albrecht Berblinger gestartet ist, ging allerdings auch wieder in die Hose, und Manfred Herter fiel senkrecht ins Wasser. An der Donau gibt’s halt widerliche Abwinde!
Zehn Jahre später rief die Stadt Ulm zu einem Wettbewerb auf mit einem Berblingergerät über die Donau zu fliegen. Es traten waghalsige Piloten aus ganz Deutschland an, und einer schaffte es: der Sohn von Günter Rochelt, einem bekannten Luft- und Raumfahrtingenieur aus München flog vom Originalstartplatz nach Neu-Ulm. Er kam an der Uferböschung mit solcher Wucht an, dass er sich das Schultergelenk auskugelte. Aber das heißt, er hätte noch viel weiter fliegen können! Sein Fluggerät war allerdings „high-tech“, und dem Berblingerapparat nur angenähert.

Einen Nachbau des Originals können Sie noch heute in unserer LSV-Halle bewundern.

Wolfgang Frey, Ausbildungsleiter

Flugurlaub in Kroatien

Montag: Wo geht’s hier nach Kroatien?

Montag morgen 8. Juli 2019, 8 Uhr, Flugplatz Erbach. Kevin und ich sind gewappnet mit jeweils einer Woche Urlaub, einer Reservierung für unsere Aquila A210 D-ERLL und einem designierten Ziel: Kroatien. Nach unserem Ausflug nach Schweden im Oktober 2018 der Aufgrund des Herbstwetters mit seinen Tiefdruckgebieten nicht ganz nach Plan verlief haben wir uns für diese Reise bewusst ein Ziel und eine Jahreszeit mit stabilem Wetter ausgesucht.

Kroatien ist zwar Teil der Europäischen Union, aber nicht Teil des Schengen-Raums. Das bedeutet für uns, dass wir innerhalb des Schengen-Raums eine Ausreisekontrolle und in Kroatien eine Einreisekontrolle einplanen müssen. Möglich sind solche Kontrollen nur an einem sogenannten “Port of Entry”, was unsere Routenplanung deutlich einschränkt – denn bis auf einzelne Ausnahmen sind das in der Regel Verkehrsflughäfen.

Ursprünglich wollen wir diese Formalitäten bei einem Zwischenstopp in Zell am See LOWZ und an unserem Tagesziel Rijeka LDRI auf der Insel Krk erledigen. Die Flugroute würde uns in diesem Fall durch die österreichischen und slovenischen Alpen führen. Der Blick in die Wetterkarte führt allerdings schnell zu Ernüchterung – über Deutschland liegt ein Tiefdruckgebiet dessen Kaltfront gerade auf den Alpenhauptkamm zusteuert. Aus dem Meteorologieunterricht wissen wir, dass wir in solchen Fällen tief hängende, geschlossene Wolkendecken auf der Alpennordseite erwarten dürfen. Die Wetterbeobachtung bestätigt unsere Befürchtungen in dieser Hinsicht. In dieser Wetterlage die Alpen zu überqueren kann am Ende eines ansteigendes Tales leicht in brenzlige Situationen führen.

So einfach Aufgeben möchten wir aber auch nicht und greifen zum Telefon um uns an der Hotline des Deutschen Wetterdienstes Rat von den Profis zu holen. Der Wetterfrosch am Ende der Leitung verrät uns in einem halbstündigen Gespräch, dass wir es in einem Zwei-Stunden-Fenster vermutlich nach Zell am See schaffen würden, aber von dort nach Süden eher kein Durchkommen ist. Alternative Routen durch die Alpen sind ebenso keine Option, und so bleibt dem Meteorologen nur uns auf Wetterbesserung am Dienstag zu vertrösten. Die qualifizierte Beratung kostet uns aufgrund des Minutenpreises der Hotline fast 40 Euro, aber immerhin haben wir einen guten Überblick was heute fliegerisch möglich ist.

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