Der LSV Erbach wird 70 Jahre alt

2021 ist ein Jahr der Jubiläen! Der LSV Erbach wird im Mai 70 Jahre alt. 1951 gründete eine Schar junger Burschen in der Gaststätte Eisenbahn, besser bekannt als „Jäckle“, bei der Anna den Luftsportverein Erbach e.V.
Sie hatten kein Flugzeug und keinen Flugplatz, aber sie wollten in die Luft. Also bauten sie erst mal ein doppelsitziges Segelflugzeug, den Specht, fuhren mit einem Maybach, der gleichzeitig auch Schleppwinde war, überland, und flogen in Blaubeuren und Schwaighofen.

Erst fast zehn Jahre später wurde im Erbacher Taubried das Fluggelände erschlossen, auf dem wir heute noch glücklich und zufrieden fliegen. Wir hätten dieses Jubiläum sehr gerne mit Ihnen am 1. Mai gefeiert, aber solche Veranstaltungen sind immer noch untersagt. Dann wird’s halt der 75er!!

Alles Gute Stefan Roell

Dr. Stefan Roell, Chef der Firma Zwick in Einsingen hat am Montag eine Freiluftparty gefeiert. Er wechselt von der Geschäftsführung in den Aufsichtsrat.

Da er ein aktiver Pilot ist, haben wir ihm, in Abstimmung mit seinem Werkspiloten Joe, eine ordentliche „Seite gepfiffen“, wie der Seemann sagt. So wurde eine alte Fähigkeit ausgegraben, und unser 40-jähriges Banner reaktiviert. Walter Möck ist einer der „letzten Mohikaner“, der überhaupt noch eine sogenannte Fangschleppberechtigung hat.

Das sieht einfach aus, ist aber ganz schön trickreich, denn der Schlepppilot muss in der Luft den Fanghaken aus dem Cockpit ablassen, und dann im tiefen Überflug das am Boden liegende Banner aufnehmen. Heute hat alles prima geklappt, und die guten Grüße kamen pünktlich in Einsingen an!

Wolfgang Frey, Ausbildungsleiter

Endlich wieder ein junger Fliegerarzt im Verein

Jeder aktive Flieger muss alle paar Jahre zu einem speziell zugelassenen Fliegerarzt, ab 60 sogar jedes Jahr!

Vor Jahrzehnten hatten wir in Erbach den legendären Dr. Otto Schneider, der uns mit Bedacht und Augenmaß untersuchte. Nach seiner Pensionierung war erst eine Lücke, dann kam Prof. Dr. Hans Dischuneit von der Uniklinik Ulm in den Verein und das Problem war gelöst. Diesem bekannten „Diätpabst“ waren wir gestandenen Flieger natürlich alle zu „übergewichtig“, und wir verließen seine Praxis meist mit einer entsprechenden Ermahnung. Doch auch Hans emeritierte vor längerer Zeit, und wir waren erneut ohne Fliegerarzt vor Ort.

Vor einigen Jahren trat der junge Arzt Prof. Dr. Johannes Lemke in den Verein ein und machte seine Motorfluglizenz.

Jetzt war unser Johannes im FMI – Flugmedizinischen Institut in Fürstenfeldbruck – und hat erfolgreich den Qualifikationskurs für Flugmedizin bestanden!! GRATULATION!!!

ENDLICH – wieder ein junger Fliegerarzt im Verein….jetzt fehlt nur noch ein junger Fluglehrer, dann ist der LSV in jeder Hinsicht gesund.

Eine neue DR401 zu Weihnachten

Lange haben wir auf unsere neuen Regent DR401/180R gewartet. Pünktlich zu Weihnachten ist sie nun an ihrem neuen Standort in Erbach eingetroffen. Die Weiterentwicklung der bekannten DR400 „Régent“ ist eine 4-sitzige Motormaschine in Tiefdeckerbauweise. Charakteristisch für dieses komplett aus Holz gebaute Flugzeug sind die nach oben abgeknickten Flügelenden. Dank der guten Flugleistung eignet sich die DR401 besonders für den Schlepp von Segelflugzeugen sowie zum Durchführen von Rundflügen.

Wir wünschen Ihnen allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

LIMA Tower

Unser Flugplatz liegt nicht nur in einem wunderschönen Landschaftsschutzgebiet, sondern auch im sogenannten Luftraum „Golf“. Dieser Luftraum ist unkontrolliert, das heisst, wir brauchen keine Freigaben und dürfen auch bei minimalen Sichten noch bis zu einer Höhe von 1.000 Fuß über Grund fliegen. Das reicht für Platzrunden in der Schulung. Darüber beginnt der Luftraum „Echo“. Hier sind schon eine Flugsicht von mindestens 5km und definierte Wolkenabstände gefordert. 10km südlich liegt unser großer Nachbar, das MTH 25, Laupheim. MTH steht für Mittleres Transporthubschrauberregiment.

Mit den Kameraden pflegen wir seit Jahrzehnten ein freundschaftliches Verhältnis. Sie sind auf unseren Flugplatzfesten immer gern gesehene Gäste mit ihrem schweren Transporthubschrauber CH53G und spektakulären Vorführungen! Und wir dürfen ihren  Luftraum in der Kontrollzone, die rechteckige Box auf der Karte, nutzen. Dafür sind Freigaben von „Lima Tower“ erforderlich. Lima entstand, als Leipheim noch ein Militärflugplatz war und es zu Verwechslungen Leipheim/Laupheim kam. Seither gab es Leipheim Tower und Lima Tower.

Flüge mit Verkehrsfreigaben sind sehr hilfreich in der Schulung und es ist sehr komfortabel, so eine Einrichtung in unmittelbarer Nähe zu haben. Auch dürfen wir, wenn es die Lage zulässt, einen tiefen Überflug über ihre Bahn machen.

DANKE Lima Tower, und auf weiterhin gute Nachbarschaft!!

Wolfgang Frey, Ausbildungsleiter

Frauenpower beim LSV

Man sagt ja, dass die Fliegerei sehr männerlastig ist. Ok, die Zahlen sprechen dafür, aber beim LSV Erbach wächst gerade die Frauenpower! Vier Schülerinnen sind jetzt zu Gange, seit Längerem unsere Johanna, sie macht den Segelflugschein. Manuela steht kurz vor der praktischen Prüfung zum Motorschein.

Seit Neuestem sind Linda und Sigi im Frauenteam. Beide Mädels machen ebenfalls den Motorflugschein und haben schon die ersten Platzrunden „geschruppt“. Für die Fluglehrer ist das auch mal ganz angenehm, nicht immer nur mit „Stieren“ herumzukariolen.

Unsere neue Embraer Phenom

Liebe Erbacher,
hier sehen Sie die neueste Errungenschaft des LSV Erbach! Ein zweistrahliger todschicker Embraer Phenom. Er ist 900 km/h schnell und fliegt in 36.000 Fuß.

Alles Quatsch! Natürlich können wir uns so einen Jet nicht leisten, und selbst wenn, dann könnte er in Erbach nicht starten und landen. Er rollte vor zwei Wochen, während wir bei einem Schulungsflug in Mengen landeten, majestätisch an uns vorbei. Das Kennzeichen, D-CFHZ Delta-Charlie Foxtrott Hotel Zulu könnte auch heißen: Delta (für Deutschland) – Carl Fürst Hohenzollern. Die Hohenzollernburg ist ja nicht weit weg vom Flugplatz Mengen.

Während wir zurück nach Erbach kamen, ist die Phenom in Genf gelandet, …tja, die Welt der Schönen und Reichen !_!

Wolfgang Frey, Ausbildungsleiter

Als Flugschüler auf dem Flughafen

Unsere Motorflugzeuge müssen alle 100 Flugstunden zu einer Inspektion. Diese dürfen wir nicht selbst durchführen, sondern das wird von einer zertifizierten Werft erledigt. Die Werft unseres Vertrauens ist am Flughafen Memmingen – Allgäu Technik. In der Regel fliegen wir also mit zwei Flugzeugen dorthin, lassen eins stehen und fliegen mit dem anderen zurück. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Memminger Flughafen zurück zum Erbacher Flugplatz ist nicht so prickelnd.

Ab und zu gestalten wir das so, dass auch ein Flugschüler dabei ist, und die Möglichkeit hat, auf einem großen Flughafen zu landen. Das funktioniert so: Der Fluglehrer fliegt voraus, macht den Funk und meldet eine Formation mit zwei Flugzeugen. Der Flugschüler fliegt links hinten mit und hält absolute Funkstille. So hat ein 16-jähriger bereits viel Verantwortung ….Autofahren darf er noch nicht, aber solo einen internationalen Airport anfliegen, das darf er!

Herbstputz bei schönstem Wetter

Gestern waren unsere Mitglieder fleißig. Bei wunderschönem Herbstwetter wurden unsere Flugzeuge, die Tankstelle, die Büsche, das Vorfeld, die Hallen und alles was zum Flugplatz dazu gehört auf Vordermann gebracht und Winterfest gemacht. Vor allem unsere Flugschüler haben bewiesen, dass sie auch außerhalb der Flugstunden richtig fleißig sein können. Wolfgang hat dies mit leckeren Fleischküchle gedankt. Da ging es fast schon unter, dass unser Segelflieger Philipp parallel zu all der Arbeit seine praktische Prüfung erfolgreich bestanden hat. Wir sagen allen herzlichen Dank und Philipp herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung.

Albrecht Berblinger

Am 24. Juni diesen Jahres wäre er 250 Jahre alt geworden. Die Stadt Ulm hat etliche Gedenkveranstaltungen organisiert um ihren berühmten Bürger zu ehren. Er wurde zwar damals verspottet, weil er in die Donau gestürzt ist, aber er hat in etlichen Flugversuchen vorher nachgewiesen, dass sein Fluggerät fliegen kann.

Wussten Sie, dass der LSV Erbach bereits 1975 ähnliche Flugtests mit dem Berblingergerät veranstaltet hat? Unser Vereinsmitglied Manfred Herter hat das Fluggerät nach historischen Zeichnungen soweit als möglich originalgetreu nachgebaut. Natürlich hat er moderne Werkstoffe verwendet, aber die Konturen waren eins zu eins! Damit haben wir am Ziegeleiberg in Erbach Flugversuche gemacht, und Weiten von über 20 Metern erreicht! Die Landungen waren zwar immer haarsträubend, aber wir sind „geflogen“.

Die öffentliche Demonstration an der Donau, wo auch Albrecht Berblinger gestartet ist, ging allerdings auch wieder in die Hose, und Manfred Herter fiel senkrecht ins Wasser. An der Donau gibt’s halt widerliche Abwinde!
Zehn Jahre später rief die Stadt Ulm zu einem Wettbewerb auf mit einem Berblingergerät über die Donau zu fliegen. Es traten waghalsige Piloten aus ganz Deutschland an, und einer schaffte es: der Sohn von Günter Rochelt, einem bekannten Luft- und Raumfahrtingenieur aus München flog vom Originalstartplatz nach Neu-Ulm. Er kam an der Uferböschung mit solcher Wucht an, dass er sich das Schultergelenk auskugelte. Aber das heißt, er hätte noch viel weiter fliegen können! Sein Fluggerät war allerdings „high-tech“, und dem Berblingerapparat nur angenähert.

Einen Nachbau des Originals können Sie noch heute in unserer LSV-Halle bewundern.

Wolfgang Frey, Ausbildungsleiter